Die wichtigsten Fakten zur Ökodesign Richtlinie

Die Ökodesign-Richtlinie der Europäischen Union trat im Oktober 2009 in Kraft und „bildet den europäischen Rechtsrahmen für die Festlegung von Anforderungen an die umweltgerechte Gestaltung energieverbrauchsrelevanter Produkte“[1].

Die Ökodesign-Richtlinie fordert, im Rahmen der Konstruktion für alle Phasen im Lebenszyklus eines Produktes folgende Einflussfaktoren abzuschätzen:

  • Verbrauch an Ressourcen (Material, Wasser) und Energie
  • Immissionen in die Umwelt (Luft, Wasser, Boden)
  • physikalische Umweltbelastungen (Lärm, Schwingungen, Strahlung, elektromagnetische Felder)
  • Menge entstehender Abfallstoffe und ihre Verwertung (Wiederverwendung, Recycling, Endlagerung)

Ziel der Verordnungen

Die bis 2019 verabschiedeten Verordnungen zum Ökodesign und zur Energieverbrauchskennzeichnung sollen erwartungsgemäß den Energie- und Kraftstoffverbrauch vieler Produkte reduzieren und dazu beitragen, die damit verbundenen Treibhausgasemissionen bis 2030 um etwa 518 Mio. t/Jahr zu senken. Das ist mehr als ein Drittel des Aufwands, den die die EU für ihr
Emissionsreduktionsziel für 2030 erreichen muss (Quelle: coolproductsreport)

Vergleiche mit führenden Erzeugnissen der entsprechenden Produktgruppe und dem Stand der Technik sollen aufzeigen, wo sich Verbesserungsmöglichkeiten ergeben.


Neue Verordnungen und Labels für Elektrogeräte

Am 1. Oktober 2019 hat die Europäische Kommission in Brüssel zehn Verordnungen für verschiedene Produktgruppen angenommen, für die seit dem 1. März 2021 neue Bestimmungen gelten.

Zwei dieser Verordnungen betreffen den Bereich der Kühlmöbel und sind damit für uns von besonderem Interesse:

  • die Verordnung 2019/2019 Festlegung von Ökodesign-Anforderungen an Kühlgeräte
  • die Verordnung 2019/2024 Festlegung von Ökodesign-Anforderungen an Kühlgeräte mit Direktverkaufsfunktion

Bereitstellung von Informationen für die Nutzer

In der Ökodesign-Richtlinie ist vorgesehen, dass die Hersteller den Anwendern mithilfe von QR-Codes auf den Geräten Informationen über die Umweltverträglichkeit der Herstellung und über eine umweltschonende Nutzung zur Verfügung stellen. So ist jeder Nutzer selbst in der Lage, Produkte untereinander zu vergleichen und sich bewusst für umweltfreundliche und langlebige Geräte zu entscheiden.

Energielabel Gewerbekühlschrank NordCapNeue Energielabels

Auch die bisherigen Energielabels für Kühlschrank und Co. haben März 2021 ein Redesign erhalten. Statt der bisherigen „+“-Klassen werden Geräte künftig in Kategorien von A bis G eingeteilt, sowohl im Haushalts- als auch im gewerblichen Bereich.

Bereits vorhandene Geräte müssen dann nach den neuen Kriterien bewertet und neu in die Skala eingegliedert werden. Dabei rutschen sie nicht automatisch „nur“ eine Stufe tiefer – es liegt an den jeweiligen Geräteeigenschaften und Messvoraussetzungen. So kann ein einstiges A+-Gerät nun auch in D landen.

Angaben zu Reparatur-Service und Ersatzteilen

Neu ist zudem: Die Verordnungen enthalten neben Vorschriften für die Energieeffizienz erstmals auch Angaben zur Reparierbarkeit.
Künftig müssen Hersteller sieben bis zehn Jahre lang Ersatzteile für ihre Geräte zur Verfügung stellen

 

Welche Geräte sind von der neuen Regelung betroffen?

Die Verordnung (EU) 2019/2024 vom 01.10.2019 für Kühlgeräte mit Direktverkaufsfunktion (DVF) umfasst:

  • steckerfertige Geräte
  • Verkaufsmöbel (Gefrier- und Kühlschränke) für Supermärkte
  • Getränkekühler
  • Speiseeis-Gefriermaschinen
  • Verkaufsmöbel für Speiseeis und gekühlte Verkaufsautomaten
  • gekühlte Vitrinen

 

Ausnahmen gelten für:

  • Kühlgeräte mit DVF, die keinen Dampfkompressionskältekreislauf nutzen
  • Kühlgeräte mit DVF für den Verkauf und die Präsentation lebender Lebensmittel
  • Saladetten
  • Horizontale Bedienungstheken mit eingebautem Vorratsfach, die für den Betrieb bei Kühlbetriebstemperaturen ausgelegt sind
  • Eckkühlmöbel
  • Verkaufsautomaten, die für den Betrieb bei Gefriertemperaturen ausgelegt sind
  • Fischbedienungstheken mit Scherbeneis
  • Lebensmittel verarbeitende Kühlgeräte mit DFV (z.B. Speiseeismaschinen, Eisbereiter)
  • Laborschränke

Die Verordnung (EU) 2019/2019 vom 01.10.2019 für Kühlgeräten bezieht sich auf steckerfertige Kühlgeräte – sowohl für den Haushalts- als auch für den gewerblichen Bereich – mit einem Gesamtrauminhalt von mindestens zehn Litern bis maximal 1.500 Litern.

  • Steckerfertige Geräte
  • Weinlagerschränke sowie Minibars, auch mit Glastüren, da ihnen keine Direktverkaufsfunktion im eigentlichen Sinne zugesagt wird.
  • gewerbliche Gefriertruhen

Ausnahmen gelten für:

  • gewerbliche Kühllagerschränke (2015/1095), die mind. 1 isoliertes Fach bzw. Schublade haben, das „die Temperatur von Lebensmitteln ständig innerhalb vorgeschriebener Grenzen auf einer Kühl bzw. Gefrierbetriebstemperatur“ halten kann.
  • Schnellkühler und Schockfroster (2015/1095) sowie mobile Kühlgeräte, die keinen Zugang zum öffentlichen Stromnetz benötigen
  • Geräte, deren Hauptfunktion nicht die Kühllagerung von Lebensmitteln ist

Unser Webseminar zur Ökodesign-Richtlinie auf Youtube

Am 13. Oktober 2021 hatten wir zu einem Webseminar zum Thema “ Grundlagen und neueste Entwicklungen in der Ökodesign-Regulierung“ eingeladen, in dem die Referenten Christian Heinz, Exoperte zu diesem Thema beim HKI Indutrieverband sowie Volker Koch, NordCap Planerbetreuuer über die folgenden themen informierten:

  • Green Deal: Klimaplan und die Auswirkungen auf unsere Branche
  • Instrumente zur Umsetzung des Green Deals
  • Ziele und Reichweite der Ökosdeign-Regulierung

Sie können das vollständige Web-Seminar unter dem folgenden Link in unserer Mediathek bei YouTube aufrufen.

Bitte dazu hier klicken.

Ökodesign als Wettbewerbsvorteil nutzen: Sprechen Sie uns an!

Innovative Geräte, mit natürlichem Kältemittel, auf Energieeffizienz geprüft und mit Energielabel ausgezeichnet – das ist uns wichtig. Neben der bestmöglichen Umsetzung der EU-Verordnungen sind wir ständig darauf bedacht, unser Produktportfolio hier hingehend zu optimieren: So bieten wir energieeffiziente Geräte in den verschiedensten Produktkategorien an oder schaffen ressourcenschonende Konzepte.

Wir klären laufend Spezialfragen für Sie ab, die sich noch nicht unmissverständlich aus der Gesetzeslage erklären. Sprechen Sie uns gerne an!

Ansprechpartner:

Christian Gaisbauer Ansprechpartner für Fachplaner Christian Gaisbauer.

E-Mail: christian.gaisbauer@nordcap.de
Telefon: +49 173 1069224

 

 

 

Volker Koch Ansprechpartner Fachplaner NordCapVolker Koch

E-Mail: volker.koch@nordcap.de
Telefon: +49 177 9981992

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